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Biografie

 




Schon in früher Kindheit ist Ada Ravaioli mit der Kunst in Berührung gekommen. Ihre Mutter, Ruth Ravaioli, war Tänzerin am Zürcher Opernhaus. Später war sie als Rhythmiklehrerin, Masseurin, Buchbinderin und in diversen Pflegeberufen tätig. Der Vater, Ido Ravaioli, war Violinist im Zürcher Tonhalle-Orchester. Ada malte in ihrem dritten und vierten Lebensjahr die erste Serie Kreidebilder. Als Fünfjährige begann sie Klavier zu spielen, und mit acht Jahren schrieb sie die ersten Gedichte. In den Kinderzeichnungen ist die grosse Liebe zur Natur, zur Farb- und Formenvielfalt der Pflanzen und Tiewelt spürbar. Das Unbeschreibbare, das den Wesen und Dingen innewohnt, fand bereits in den ersten Bildern seinen starken Ausdruck. In der Art des Entwickelns der gestalterischen und musikalischen Fähigkeiten zeichneten sich schon früh ganz autonome und eigenwillige Lernmethoden ab.

1967 geboren in Zürich (ZH)
1974 Primarschule Balgrist, ZH
1980 Gymnasium an der Kantonsschule Hohe Promenade, ZH
1986 Frühzeitiger Austritt aus der Mittelschule aus Protest gegen die konventionellen Lehrmethoden und aus Desinteresse an der nicht praxisbezogenen Wissensanhäufung
1987 Vorkurs an der Kunstgewerbeschule, HSfG, ZH
1988 Berufslehre als Grafikerin, Werbeagentur Martin Wirz AG, ZH
1989 Lehrstellenwechsel ins FAW Atelier am Wasser, ZH
1991 fängt an intensiv zu malen und lernt Gitarre spielen
1992-1994 Entstehen grosser Akrylbilder für die erste Ausstellung
1994 lernt den Künstler Peter Andermatt kennen, der ihr in den folgenden Jahren als Mentor zur Seite steht. Erste Ausstellung in der AEG Elektrocom, D-Konstanz
1995 Ausstellung im Rössli, CH-Lindau
1996 Achtwöchiger Aufenthalt in Berlin. Malt Bilder für die Ausstellung in der Mercator Treuhand AG, ZH
1997 Leiterin des wöchentlichen Musikworkshops in der Therapeutischen Gemeinschaft Neuthal, Bäretswil
2000 beginnt als Gitarrenlehrerin zu unterrichten
2002 Umzug ins Bergdorf Guarda im Unterengadin. Eine Phase der Neuorientierung widerspiegelt sich in der Verschiedenartigkeit der Werke. Die Spannweite reicht von Bildern mit geometrischen Formen – Das Memory – über Illustrationen zu Texten, bis hin zu Impressionen aus der Bergwelt und Portraits.
2003 Ausstellung in der Galerie Grüningen. Umzug nach Wetzikon/ZH
2004 lernt ihren Lebenspartner, den Bassisten Richard Cousins kennen
2005-2007 Reisen nach Südafrika, Südindien und Maui, die das Schaffen und die folgenden Bilder in Öl massgeblich in Stil, Intensität und Aussagekraft beeinflussen
2006 Entdeckt die Synaesthesie. Auseinandersetzung mit dem Thema des sinnübergreifenden Denkens. (Gedicht „von A-C“)
2008 Reise nach Vientam
2010 Ausstellung "1. Kunst in der Garage", Zürich / Ausstellung im mundwerk, Sursee

Heute lebt und arbeitet Ada Ravaioli in Zürich Höngg und ist hauptsächlich als Malerin und Illustratorin tätig.

Ruth und Ido Ravaioli, zweiter von links

Werdegang

Meine Laufbahn als Malerin zeigt, dass ich zwischen zwei Polen hin- und hergerissen bin: dem Geordneten, scharf Umrissenen, Detaillierten, Kontrollierten und dem Zufälligen, Aufgelösten, Verschwommenen, Impulsiven.

Die ersten Kreidebilder, die Blumenserie, entstand in meinem 3. und 4. Lebensjahr. In diesem Alter vermischt sich Unbewusstes und Bewusstes noch sehr stark. Wenn Kinder zeichnen, drängen emotionale Eindrücke ungefiltert auf das Papier. Diese Fähigkeit nimmt leider mit zunehmendem Alter ab. Wir werden intellektuelle Menschen, lernen logisch zu denken und die Ober-fläche der Welt und ihre konkreten Masseinheiten verstehen.

Die Bilder, die ich als Teenager gemalt habe, zeugen von einem fast fanatischen Ehrgeiz, die Dinge so genau wie möglich in ihrer Form und ihren Farben wiederzugeben. Dies ist mir allerdings anfangs sehr schlecht gelungen, da es eine Technik voraussetzt, die ich mir erst über die Jahre angeeignet habe. Ich war dementsprechend frustriert über die Ergebnisse und begann zu realisieren, dass ich mich in einer Sackgasse befand. Der Vorkurs an der Kunstgewerbeschule half mir nur bedingt aus meiner Lage heraus. Neue Techniken und die vielfältigen Ausdrucksweisen der Mitschüler weckten zwar mein Interesse an anderen Möglichkeiten, doch hatte ich damals noch nicht den Mut, neues Terrain zu begehen.

Erst als ich 1991 meine Lehre als Grafikerin abgeschlossen hatte, fing malerisch ein neues Kapitel an. Ich produzierte eine Serie grosser Akryl-Bilder, arbeitete mit dickem Pinsel, mit Händen und Lappen, fliessender Farbe und malte so „ungenau“ wie ich nur konnte. Ich versuchte den Verstand abzuschalten und nichts zu zensurieren und zu korrigieren. Die Serie verhalf mir zu der ersten Ausstellung.

Nach diesem ersten Befreiungsschlag merkte ich natürlich bald, dass mir meine technischen Fähigkeiten und mein trainiertes Auge immer einen Streich spielen würden oder anders gesagt, der Verstand immer, mal leiser mal lauter, mitdebattieren würde beim gestalterischen Arbeiten. Ich musste also einen Weg finden, die beiden Gegensätze zu vereinen: das Diffuse, Fliessende, Unscharfe zum einen und das Genaue, Begrenzte, Absichtliche zum anderen. Ich begann Alltagsgegenstände zu malen, wie ich sie objektiv wahrnahm, eingebettet in einen undefinierten, subjektiven, losen Hintergrund, aber immer in Bezug zueinander stehend. Ich zeigte in den folgenden Jahren über 100 dieser Bilder in diversen Ausstellungen.

Im Jahr 2000 befand ich mich an einem neuen Wendepunkt. Ich wollte ausbrechen aus der wagrecht-senkrechten Bildeinteilung, der ich gestalterisch verfallen war. Meine Kompositionen langweilten mich, ich wiederholte mich oft und verlor das Interesse am bisherigen Konzept. Ich sah mich wieder auf der Suche nach einer anderen Ausdrucksmöglichkeit, wusste aber, dass ich die beiden oben beschriebenen Konraste weiterhin in irgendeiner Form miteinbeziehen musste, um meiner ganzen Persönlichkeit gerecht zu werden.

Während meines Aufenthaltes im Bergdorf Guarda im Jahre 2002/3 schälte sich ein neuer Inhalt heraus: Menschen.

Wieder in Zürich malte ich Portraits, meistens aus der Fantasie. Ich wechselte von der Akryl zur Öelfarbe und war mit neuen technischen Möglichkeiten und auch Schwierigkeiten konfrontiert. Es vergingen einige Monate, bis ich mit dem Material vertraut war.

Die neusten Bilder in Öel beziehen sich auf meine Reisen nach Indien, Südafrika und Maui.
Ich würde meine aktuelles Schaffen folgendermassen beschreiben:

Auf der einen Seite lege ich Wert auf den Inhalt. Die Geschichte, die das Bild erzählt, steht im Vordergrund, wobei dem Betrachter viel Interpretationsfreiheit zusteht. Auf der anderen Seite erarbeite ich eine formale und farbliche Komposition, die das Klima schafft. Sie ist hintergründig, aber nicht weniger wichtig. Das Wechselspiel zwischen Scharf und Unscharf, Bewegung und Statik, erzeugt Tiefe. Maltechnisch versuche ich exakt zu reproduzieren was ich sehe. Als Vorlagen dienen mir Schnappschüsse und unscharfes Fotomaterial mit zufällig entstandenen Licht- und Farbeffekten.
Ich wähle zunehmend grössere Bildformate.

Ich werde dieses Konzept weiterentwickeln und nach neuen Dimensionen und Möglichkeiten suchen.